Vergoldung

 

Edle Blattmetalle sind Gold und Silber, sie korrodieren, im
Gegensatz zu den unedlen Metallen, nicht oder nur wenig. Silber bildet im Laufe der Zeit eine dünne Schicht Silbersulfid aus, welche die Silberschicht nicht angreift. Gold ist korrosionsbeständig und kann noch dünner ausgeschlagen werden als Silber.

 

Zur Anwendung kamen edle Blattmetalle zum Beispiel in der spätmittelalterlichen Malerei. Dabei sind zum Teil ganze Bildhintergründe vergoldet, des Weiteren sind häufige Anwendungsbereiche Nimben, Brokatmuster, Gewandborten. Für Rüstungen, Geschirr und Waffen wurden oft Silberblattauflagen verwendet. Bei der Verwendung von Blattmetallen werden Hierarchien im Bildzusammenhang geklärt, so werden Heilige mit goldenen Nimben ausgestattet ebenso die Mutter Gottes und Christus mit Nimben besonderer Ausführung.

 

Das gewählte Anlegemittel hat Einfluss auf den Glanzgrad der Vergoldung bzw. Versilberung. Je nach Technik werden unterschiedliche Ergebnisse erzielt, die Wahl des Anlegemittels hängt unter anderem von der Verwendung im Innen- oder Außenbereich ab.

 

 

Polimentvergoldung

 

Die Technik der Polimentvergoldung wird auch als Branntweinvergoldung bezeichnet und beides beschreibt die verwendeten Materialien. Zum einen das Poliment, die Tonerde auch Bolus genannt die als letzte Schicht vor dem Gold aufgetragen wird und mit dem Branntwein den, in der Netze, verwendeten Alkohol. Früher wurde hier Schnaps oder Branntwein genutzt.

Seit etwa 2500 v. Chr. ist die Polimentvergoldung im alten Ägypten bekannt. Erste schriftliche Dokumente in denen Polimentvergoldung erwähnt wird sind vom römischen Plinius d. Ä. (1. Jh.)

 

Seit der frühchristlichen Zeit ist die Polimentvergoldung eine voll entwickelte Technik und wird bis heute verwendet. Die frühesten Beispiele sind Tafelgemälde welche aus dem 6. bzw. 7. Jahrhundert stammen. Zwischen dem 12. und 15. Jahrhundert ist das Malen auf Goldgrund üblich.

 

 

Ölvergoldung

 

Der Begriff Mixtion- oder Ölvergoldung deutet ebenfalls auf das verwendete Bindemittel für die Vergoldung hin. Das Anlegeöl ist ein trocknendes Öl, meist Leinöl. Die Ölvergoldung bietet einige Vorteile gegenüber der Polimentvergoldung.

 

Zum einen ist es eine relativ schnelle Vergoldung und auf Grund ihrer ölhaltigen und wasserunempfindlichen Bindung auch für die Verwendung im Außenbereich eignet. Einen höheren Glanz erzielt allerdings die Polimentvergoldung, welche aber auch handwerklich anspruchsvoller ist.

 

Erste Erwähnungen der Ölvergoldung gibt es im Lucca Manuskript (9.Jh.) wobei sie, wie die Polimentvergoldung, schon wesentlich eher verwendet wurde. Cennini erwähnt die Ölvergoldung auch für die Verwendung im Außenbereich:

Da ich dir nur auf trockenem und nassem Grund und mit Oel zu arbeiten gezeigt habe, will ich dich unterweisen, auf welche Weise man auf der Mauer mit weissem vergoldetem Zinn und mit feinem Golde ornamentiert.…“ (Cennini, 1437, S. 62, Cap. 95)

 

 

Quellen:

 

Hebing, C., (1985): Vergolden und Bronzieren, 14. Aufl. ed. Callwey, München

 

Kellner, H., (1996): Vergolden, 2. Aufl. ed. Callwey, München

 

Doerner, M. (2015): Malmaterial und seiner Verwendung im Bilde, 25. Auflage, hrsg. Thomas Hope, Christopherus Verlag, Freiburg

 

Katja Brand

Holzbildhauerin / Restauratorin

- Bachelor of Arts - Konservierung/Restaurierung

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